• Vanessa Elleder

C wie…Charaktererstellung

Aktualisiert: vor 5 Stunden




Es gibt so viele Arten Charaktere zu erschaffen...



  • eine echte Person heranziehen (aber anonymisieren, bei persönlichem Bezug sogar lieber fragen, ob das okay ist)


  • Würfelpoker: schreibe Eigenschaften auf und würfel sie...das ist etwas was ich wohl eher für Nebencharaktere machen würde, da mir das beim Protagonisten zu zufällig gewählt wäre


  • Pinterest Pinnwände: davon hab ich schon so viel gehört, aber gemacht hab ich das noch nie...ich denke man kommt damit in Stimmung und auf Ideen, ist aber nicht ganz so mein Fall


In diesen 4 Schritten erkläre ich, wie ich eine Figur erstelle:


1. Ich schreibe am liebsten eine Situation in der gewohnten Umgebung der Figur: wie agiert sie daheim? Sitzt sie am Sofa, Stuhl, Boden? Wie steht sie auf? Geplagt oder flink, tut was weh? Fährt sie sich gern durchs Haar, macht sie sich gern einen Dutt bevor sie z.B. den Müll rausbringt - tut sie sowas überhaupt oder sieht es aus wie auf einer Müllhalde? Hat sie bequeme Kleidung an oder gar High Heels?

Und anhand dieser kleinen Szene kann ich sehr viel vom Charakter ablesen - Grundeigenschaften.



2. Der Familienverband: Welche Stellung hat die Figur in ihrer Familie? Konkurrenz unter Geschwistern? Aufpasser von den Kleinen? Ganz alleine als Waise? Gewalt oder Vernachlässigung durch einen Elternteil?

Das prägt die Figur natürlich und würde sie z.B. handeln lassen mit: es muss blitzeblank daheim sein, weil sonst schreien die Eltern - hat die Figur ev. eine Neurose dadurch entwickelt?





3. Intime Details: welche Unterwäsche trägt die Figur - ja richtig gelesen, das interessiert mich und halte ich für etwas Wertvolles. So etwas lässt dich als AutorIn einen guten Einblick geben in versteckte Eigenschaften, die nichts im Roman verloren haben, aber dich vielleicht in interessante Richtung stößt :-)








4. Geheimnisse: jeder hat sie und auch diese formen den Geist…sind diese unschuldig, albern, gefährlich, verletzend...


Durch diese kleinen Szenen formt sich ein Charakter in meinem Kopf.





Hier ein kleines Beispiel:

Ein Mann mit langem weißen Haar, die einen hellrosa/lila/grau Ton haben, wacht morgens auf und begrüßt den Tag mit einer Meditation. Geschmeidig wie ein Yogalehrer bewegt er sich und lebt als Wasserelementar in einer magischen Stadt.

Seine Kleidung ist einfach, darunter trägt er einen Lendenschurz. Er sitzt auf einem kleinen Kissen auf dem Boden seines japanisch angehauchten Wasserbungalows und hat, bis auf einen niederen Tisch und einer Schlafmatte, keinerlei Einrichtung. Materialismus hat in seinem Leben nichts verloren...das haben ihm seine Eltern stets gelernt, deren einziges Kind er war. Dementsprechend hohe Erwartungen wurden an ihn gestellt.

Im Hinterzimmer ist eine lose Latte im Boden und darin ist eine Kiste, die mit Elementarenergie verschlossen ist, niemand darf davon wissen, denn sonst würde er entehrt werden und aus seinem Clan geschmissen werden. Denn die Schätze darin sind nicht nur verboten, sondern auch gefährlich...


Tschau, tschau,

eure








"Von A bis Z rund ums Schreiben", C wie...Charaktererstellung


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